Zahlen & Fakten Sexueller Missbrauch in der Schweiz

Zahlen und Fakten

Zum sexuellen Missbrauch in der Schweiz, basierend auf der unten aufgeführten UBS-Optimus-Studie 2012.

  • Madchen Rot1 Icon

    Jedes 4. Mädchen

    in der Schweiz wird während seiner Jugend mindestens ­einmal sexuell missbraucht.

  • Junge Rot1 Icon

    Jeder 7. Knabe

    in der Schweiz wird während seiner Jugend mindestens einmal sexuell missbraucht.

  • 4 Rot Icon

    Nur 20% Anzeigequote

    Anzeigequote EU, Schweiz alleine noch tiefer

  • Kinder jugendliche6 Rot Icon

    45ʼ000 Kinder & Jugendliche

    werden in der Schweiz pro Jahr missbraucht

  • Icon Herz Rot

    5000 Franken

    Kostet ein Säuglingsporno im Darknet

  • Kinder jugendliche2 Rot Icon

    6-12 Jahre alt sind die Opfer vorrangig

    Sexuelle Übergriffe werden vorrangig an Kinder begangen

  • Kinder jugendliche2 Rot Icon

    3 von 4 Opfern nennen ihre Schänder Opa, Onkel oder Papi

  • 1 Rot Icon

    Nur 2% Falschanzeigen

    Heenan Studie 2006

  • Kinder jugendliche Icon

    Jugendliche werden vermehrt zu Tätern

    Sexuelle Übergriffe werden vorrangig an Kindern begangen.

  • Icon Herz Blau

    Es gibt keine oder nur wenige Beweisspuren.

  • Kinder jugendliche2 Rot Icon

    Missbrauch macht sprachlos und lässt erstarren.

  • Icon Gericht Rot

    Täglich 24 Meldungen an Fedpol

    zu schweizer Konsumenten von Darstellungen der sexuellen Gewalt an Kindern.

Die Realität:

  • Jedes 4. Mädchen und jeder 7. Knabe in der Schweiz wird während seiner Jugend mindestens einmal sexuell missbraucht.
  • 3 von 4 Opfern nennen ihren Schänder Opa, Papi, Cousin, Onkel oder Bruder.
  • Opfer und TäterIn kennen sich sehr gut.
  • Immer mehr Jugendliche werden zu TäterInnen.
  • Keine Waffe und keine Anwendung von körperlicher Gewalt.
  • Falschanzeigen Heenan Studie 2006: 2%!
  • Es gibt keine oder nur wenige Beweisspuren.
  • Opfer erstatten Anzeige mit zeitlicher Verzögerung (z.T. Jahre).
  • Scham beeinflusst Aussagefähigkeit. (Dein Körper gehört dir…Kein Sex vor der Ehe…)
  • Missbrauch macht sprachlos, kann die Stimme verschlagen.
  • Missbrauch lässt erstarren, kann die Bewegungen beeinträchtigen.
  • TäterInnen entsprechen nicht dem Bild eines «normalen Vergewaltigers».
  • Anzeigequote EU: 20% (CH alleine tiefer)

Gesellschaft:

  • Kinder und Jugendpornographie ist weltweit eine der grössten Einnahmequellen.
  • Für Kinderpornographie gibt es ca. 100‘000 Seiten mit ca. CHF 3‘000‘000‘000 Umsatz.
  • Das betrifft 8% der Pornoseiten (Internet/Clearnet), welche von 80% der Konsumenten/Innen konsumiert werden.
  • Ein Säuglings-Porno kostet im Darknet 5’000 Euro.
  • Das Darknet ist 400 bis 500 mal grösser als das Internet, dass wir kennen.
  • 70% aller 18-34 jährigen Männer schaut mindestens 1x pro Woche Pornos.
  • Eine von drei Frauen schaut mindestens 1x wöchentlich Pornos.
  • Bei 100 Menschen in einem Raum sind 3 aktive Pädophile, sowie 7 kämpfende Pädophile anwesend.

Sexueller Kindesmissbrauch in der Schweiz:

  • TäterInnen kommen in allen sozialen Klassen, in jedem Alter, in jeder Religion und mit jedem soziokulturellen Hintergrund vor.
  • Der meiste sexuelle Missbrauch geschieht in einer längeren Beziehung zwischen Täter und Opfer, was dem/der TäterIn die Möglichkeit gibt, die Wünsche und Ängste des Opfers gezielt auszunutzen.
  • Nicht nur Erwachsene missbrauchen. Jugendliche missbrauchen immer mehr Kinder sexuell.
  • Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) erhielt 2018 rund 9’000 Verdachtsmeldungen (Schnitt von 24 pro Tag) alleine aus den USA (National Center for Missing & Exploited Children), über TäterInnen und Konsumenten der Kinderpornografie in der Schweiz.
  • Die International Child Sexual Exploitation (ICSE) Image Datenbasis hat bis 1. Januar 2017 unter anderem geholfen über 10’000 Opfer zu identifizieren.
  • Über 10’500 Polizisten und Spezialisten aus über 118 Ländern wurden durch «No victim left behind» weitergebildet.

Mögliche Konsequenzen von sexuellem Missbrauch:

  • Sexueller Missbrauch kann zu schweren psychischen Belastungen wie Angst, Depressionen und Posttraumatische Belastungsstörung führen.
  • Über 80% von Borderline-Persönlichkeitsstörungen basieren auf traumatisierenden sexuellen Erlebnissen.
  • Über 95% von Essstörungen haben sexuellen Missbrauch als Hintergrund (Magersucht nicht ganz so hoch).
  • Dissoziative Persönlichkeitsstörungen (DIS).
  • Posttraumatische Vermeidung der Eltern oder Bezugspersonen, welche sich nicht mit der Tatsache eines sexuellen Missbrauches ihres Kindes auseinandersetzen wollen.
  • Fast alle Missbrauchsopfer sprechen nicht darüber, weil sie glauben, wir glauben ihnen nicht.
  • Betroffene haben oft mit Scham- und Schuldgefühlen sowie einem geringen Selbstwertgefühl zu kämpfen.
  • Es kann zu Schwierigkeiten in Beziehungen kommen, insbesondere beim Vertrauen und beim Setzen von Grenzen.
  • Häufig treten auch körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen oder chronische Schmerzen auf.
  • Konzentrationsprobleme sowie Probleme in Schule oder Beruf sind ebenfalls mögliche Folgen.

Sexuelle Ausbeutung macht sprachlos. Die Kummer Nummer ist für Opfer eine wichtige Anlaufstelle, um über das Geschehene Klarheit zu bekommen.

Aussage eines Kantonspolizisten

 

Die Optimus-Studie 2012 von Conny Schmid zeigt detailliert Hintergründe und Fakten zu sexuellen Übergriffen an Jugendlichen und Kindern in der Schweiz auf. Die Studie wurde von der UBS Optimus Foundation herausgegeben.